April Challenge (Tag 19) – Schreibanregung

Zugegeben: Ich selbst nutze Writing Prompts nur selten, weil es sich bei mir ja meist darum dreht, eine Geschichte logisch vom Mord zu seiner Aufklärung zu entwickeln und dabei ein paar falsche Fährten auszulegen. Wenn ich dabei mal nicht weiter weiß, hilft meist schon die Frage, was in der konkreten Situation die für den handelnden Charakter unangenehmste Entwicklung wäre. Charaktere quälen macht Spaß und ist immer wieder inspirierend.

Aber wenn du einen Startschuss oder eine Anregung brauchst, um eine Kurzgeschichte anzufangen oder eine Schreibblockade zu überwinden, versuch’s mal diesen Trick:

Nimm das unterste Buch von deinem SUB*, schlag es auf einer beliebigen Seite auf, lies den ersten Satz des ersten Absatzes und nimm ihn als Anfang deiner Geschichte.
Bei mir wäre das aktuell „Die Abenteuer des Joel Spazierer“ von Michael Köhlmeier. Bei dem vorgeschlagenen Verfahren lande ich auf Seite 304 und dem Satz:

Ich bin kein Theologe, aber ich finde, in einem katholischen Land wie Liechtenstein, das von einem christlichen Fürsten nach christlichen Grundsätzen vortrefflich geführt wird, sollte auf die Ausführungen eines Kirchenmannes gehört werden.

Offensichtlich passiert aber genau das nicht. Warum nicht? Und wer ist der Kirchenmann, auf den nicht gehört wird? In welchem Verhältnis steht er zum Erzähler? Sind sie verwandt? Geschäftsfreunde? Was für Geschäfte? Krumme, flüstert meine kriminelle Muse von hinten. Sehr krumme. Damit lässt sich was anfangen, was meinst du?


*SUB = Stapel ungelesener Bücher

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