Antagonisten

April Challenge (Tag 26): Mein Lieblingsschurke

Spontan fällt mir Heathcliff aus „Sturmhöhe“ von Emily Brontë ein, eine grandios romantische Figur: ein Underdog, der im Herzen gut und zu aufrichtiger Liebe fähig ist, aber aufgrund seiner Herkunft verachtet und immer wieder auf das zurückgestoßen, was gesellschaftlich als „sein Platz“ angesehen wird. Kein Superschurke wie Professor Moriarty; nicht einmal ein genialer Menschenfresser, wie Hannibal Lector, aber eine herzzerreißende Figur.

Heathcliffs Gebet

April Challenge (Tag 18): Auf der Suche nach dem Antagonisten

„The Antagonist takes over,“ lautet die heutige Aufgabe der Schreibchallenge von Kate Stark. Aber es ist wirklich schwer zu sagen, wer mein Antagonist ist. Schließlich schreibe ich keine Thriller in denen ein blutdurstiger Psychopath umgeht und von der Protagonistin (oder dem Protagonisten) erledigt werden muss. Meine Krimis kommen deutlich stiller daher und der Mörder versucht in der Regel unauffällig zu bleiben. Möglicherweise schreibe ich irgendwann auch mal einen Krimi mit einem psychopathischen Mörder, der die Ermittler aktiv herausfordert. Ein moderner Jack the Ripper. Aber in diesem Fall verhält sich der Täter so, wie sich die meisten Täter in der Realität verhalten, sofern sie die Tat nicht gleich gestehen: Er leugnet und versucht, unter dem Radar zu bleiben.

Vielleicht muss man deshalb den Fall als solchen als Antagonisten begreifen.
Der hat es deutlich in sich, denn das Opfer war – gelinde gesagt – ein Mistkerl, der seiner Umwelt mehr als genug Gründe geliefert hat, ihn umzubringen. Neben persönlichen Motiven wie Gier und Rache gibt es Hinweise auf eine Verstrickung in die organisierte Kriminalität. Zeugen gibt es keine, dafür aber jede Menge Verdächtige und je mehr die Ermittler herausfinden, desto weiter entfernt scheinen sie von der Auflösung entfernt.

So gesehen, ist der Fall wirklich der Antagonist, der den Ermittlern immer neue Hindernisse in den Weg legt und ganz besonders Jana Hirte, die Neue, zwingt, an ihre Grenzen und darüber hinaus zu gehen und damit auch ihre persönlichen Beziehungen auf’s Spiel zu setzen.

Eigentlich, aber …!

Eigentlich wollte ich meinen nächsten Krimi mit Antagonisten aus der linken Szene besetzen.
Aber die Realität macht mir diese Entscheidung sehr, sehr schwer, weil sich die radikale Rechte und ihre bürgerlichen Mitläufer derzeit so für die Schurkenrolle anbieten, dass ich ernsthaft überlege, diese Entscheidung über den Haufen zu werfen.

Dabei schreibe ich eigentlich gar keine politischen Romane.
Aber manchmal sind Ähnlichkeiten mit tatsächlich geplanten Personen oder Gruppen weder geplant, noch gewollt, sondern unvermeidlich.