Praxis

Schreibtipp: Vergiss Schreibtipps, wenn du schreibst!

Zugegeben: Das klingt erst mal widersinnig. Es wird aber logisch, wenn man die Abschnitte des Schreibprozesses betrachtet.

  1. Zunächst mal braucht man eine Idee. Es folgen Recherche und weitere Beschäftigung mit dem Thema, bis man die Idee entweder verwirft oder für brauchbar erklärt.
  2. Plotter legen jetzt einen Zwischenschritt für die Planung ein, Pantser gehen gleich zum Punkt 3 über.
  3. Das eigentliche Schreiben. Angefangen beim ersten Wort bis hin zum Ende.
  4. Die Rohfassung wird überarbeitet.
  5. – wievielauchimmer sind weitere Überarbeitungen.

Schreibtipps nutzen bei den Punkten 2, 4, 5 usw. Für Plotter ist es natürlich sinnvoll, nach Dreiaktmodell, 7 – Punkte-Methode, 8er Bogenmodell, Heldenreise oder was auch immer einem am meisten liegt, zu planen, Plot- und Wendepunkte festzulegen, Spannungsbögen aufzubauen, Charaktereigenschaften festzulegen und, und, und.
Genauso ist es auch beim Überarbeiten. Natürlich sollte man da darauf achten, ob der 1. Wendepunkt etwa bei einem Drittel liegt, ob die Charaktere sich so verhalten, wie sie sollen, ob Dialoge natürlich wirken und ob sich der Text mit Adjektivitis infiziert hat.

Aber bei Punkt 3, beim Schreiben selbst darf man das alles getrost vergessen. Alles, was beim Schreiben zählt, ist das Schreiben auf das Ziel zu. Erst, wenn man das erreicht hat, darf man sich wieder an die ganzen Tipps und Regeln erinnern.
Das ist gemeint, wenn manchmal empfohlen wird, den inneren Lektor beim Schreiben wegzusperren.

Und noch ein Tipp: Gönnt euch einen Prosecco, einen Whisky oder was auch immer euer Lieblingsgetränk für besondere Anlässe ist und gratuliert euch selber zum Erfolg. Eine Geschichte, besonders einen Roman zuende zu schreiben, ist nämlich eine wirkliche Leistung!

P.S.: Diesen Schreibtipp solltest Du natürlich nicht vergessen.

Habe meinen Rechner wieder!

Mein Laptop ist wieder da und den Technikern von Renote ist gelungen, wozu Microsoft sich nicht in der Lage gesehen hat: Sie haben das Meiste der Daten gerettet.

Zu behaupten, mir würden gerade ganze Gebirgszüge von der Seele fallen, ist zwar ein abgedroschenes Klischee, beschreibt meinen Gefühlszugang aber trotzdem sehr treffend. Vor Euphorie schützt nur der Gedanke, dass mich dieses kostenlose Update auf Windows 10 massiv Nerven, Zeit und Geld gekostet hat.

Ab jetzt sichere ich nicht nur einzelne Dateien, sondern mache regelmäßige Backups von allem.

Was Überarbeiten mit Schnapsbrennerei zu tun hat

In den meisten Schreibratgebern steht sinngemäß, dass der erste Entwurf eines Manuskripts generell Mist sei und die wahre Kunst im richtigen Überarbeiten bestehe.

Dem kann ich so nicht zustimmen.

Wenn ich meine Texte durchlese, stelle ich fest, dass vor allem der Anfang und das Ende einer Szene Probleme bereiten, während der Mittelteil abgesehen von ein paar Schwächen meist ganz ok ist.
Und das bringt mich zum Schnapsbrennen. Beim Destillieren gilt nämlich etwas ganz Ähnliches: Der Vorlauf ist vollkommen ungenießbar und der Nachlauf überwiegend bäh, daher werden beide weggeschüttet. Weiterverarbeitet wird nur das hochwertige Herzstück.
So kann man auch beim Überarbeiten von Texten vorgehen.

Ich spreche hier übrigens ganz bewusst vom Überarbeiten. Beim Entwerfen und Schreiben sind solche Beschränkungen eher hinderlich. Da fallen mir eher Parallelen zu Aufwärmübungen beim Sport ein. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

Schreibtipp: Einfälle notieren

In Schreibratgebern wird oft empfohlen, immer Notizblock und Stift dabei zu haben, um spontane Ideen und Einfälle festzuhalten.

Ich verwende dafür die Recorder App auf meinem Handy. Das habe ich sowieso dabei. Daher erspart diese Methode zusätzliches Gewicht durch den Block und Ärger mit verlorenen Stiften oder leeren Minen.