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Lovelybooks öffnet sich für Selfpublisher

Beinahe lautlos hat sich bei Lovelybooks eine kleine Revolution ereignet: Man kann sich dort jetzt auch ohne eigenständige Verlagsveröffentlichung als Autor registrieren:

Seit heute trage ich den Status als Selfpublisher bei Lovelybooks. Gekennzeichnet wird dies durch ein kleines Buch-Symbol im Profilbild. Warum dies eine Meldung wert ist? Dieses kleine Symbol erkennt die Leistung der Selfpublisher als Autoren an. Lovelybooks ist mit diesem Schritt in die richtige Richtung gegangen. Schon lange kämpfen Selfpublisher gegen das Vorurteil an, im Vergleich […]

über Kleines Symbol mit großer Wirkung? — Bianca Fuchs

Liebster-Award

Jaeleki von Jaeleki schreibt (Tipp: unbedingt vorbeigucken, dort gibt es jede Menge Lesefutter) hat mich für den Liebster Award nominiert, eine Art Wanderpokal, der kleine Blogs bekannter machen soll. Für mich ist das eine große Ehre. Ganz, ganz herzlichen Dank!

Die Fragen zu beantworten, war gar nicht so leicht. Aber genau deshalb hat es auch Spaß gemacht.
Noch schwieriger war es allerdings, mir eigene auszudenken. Die kommen dann weiter unten.

Jaelekis elf Fragen:

1. Wenn du kein Mensch wärst, wärst du …?

Diese Frage finde ich so schwer zu beantworten, dass ich sie mir ganz bis zum Schluss aufgehoben habe. Ein Buch vielleicht. Oder ein Wolf. Ich mag Wölfe, auch wenn sie zur Zeit ziemlich romantisiert werden. Europäische Wölfe sind nicht hübsch, sie sehen nicht im mindesten aus, wie in den Märchenillustrationen. Aber sie haben eine nette Art miteinander umzugehen; längst nicht so rangorientiert, wie Haushunde.

2. Warum bloggst du?

Das hat sehr verschiedene Gründe. Zum einen, weil mich bestimmte Themen interessieren und ich mich darüber gerne mit anderen austausche (auch wenn ein Blog zugegeben sehr einseitig ist. Trotzdem bewirkt es mehr, als ein Tagebuch).
Der andere Grund ist natürlich, dass ich mir langfristig auch eine Basis für meine Bücher aufbauen will.

3. Wenn du nur noch eine Sache in deinem Leben erreichen könntest, was wäre das?

„Bodenfund“, den ersten Krimi, den ich geschrieben habe, herauszubringen. Das ist nur eine Kleinigkeit, aber mir würde es sehr viel bedeuten, weil es hieße, dass ich wenigstens eine Sache erfolgreich abgeschlossen habe.

4. Was schätzt du an Deutschland am meisten?

Die geistige Offenheit, die uns zur Zeit verloren zu gehen droht. Wir leben in einem der freiesten Länder der Welt, das würde ich gerne bewahren.

5. Wenn du durch die Zeit reisen könntest, wo würdest du landen?

Überall. Aber ich hätte gerne auch einen Babelfisch, um zu verstehen und verstanden zu werden.

6. Schreibst du oder liest du lieber?

Das ist tagesformabhängig. Schreiben ist das Eintauchen in meine eigenen Welten; Lesen ein Ausflug in die Fremde.

7. Was bedeutet der Begriff „Freundschaft“ für dich?

Ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Verlässlichkeit.

8. Welche Bücher liest du am liebsten?

Gute, wäre meine erste Antwort, was mich in die Erklärungsnot bringt, was für mich ein gutes Buch ist. Die Standartantworten kennt eigentlich jeder: eine spannende Geschichte, authentisch agierende Figuren, ein interessantes Setting und möglichst klischeefrei (also wie jeder Schreibratgeber empfiehlt). Aber ich lese auch Carlos Ruiz Zafon wahnsinnig gerne, gerade weil er so wunderbar mit Klischees spielt. Ich mag Julie Zeh wegen der Bildgewalt ihrer Sprache, auch wenn es manchmal etwas zu viel ist. Mein Bücherregal ist eine komische Mischung aus Bestsellern (wenigen) und Nischenprodukten; Schmökern und „Hochliteratur“ (ein Wort, das ich nur mit ganz spitzen Fingern anfasse und am liebsten entsorgen würde).

9. Wenn du eine Sache in deinem Leben verändern könntest, was würdest du tun?

Bei mir oder bei jemand anderem? Bei mir fallen mir nur Kleinigkeiten ein, wie regelmäßig Sport treiben oder unter Menschen gehen. Dinge, die ich mit etwas Willenskraft auch ändern könnte (um den Preis, auf etwas anderes zu verzichten, aber ok). Aber ich würde meine Seele dem Teufel verschreiben, wenn ich dadurch meinen Sohn gesund machen könnte.

10. Wenn du eine Superkraft haben könntest, welche wäre das?

Das diskutiere ich regelmäßig mit meinem jüngeren Sohn, der ein großer Fan des Marvel Multiversums ist. Aber so richtig entscheiden kann ich mich nicht. Einerseits würde ich gerne in die Köpfe von Menschen sehen können, um zu wissen, was sie denken. Mindestens genauso spannend fände ich es aber, die Zukunft vorhersehen zu können. Zwei Minuten würden schon reichen (so wie Nicolas Cage alias Cris Johnson in Next). Aktuell würde ich mich dafür entscheiden, aber das ändert sich fast täglich.

11. Glaubst du an Gott?

An welchen? Ich will nicht ausschließen, dass es einen oder mehrere Götter gibt oder irgendeine numinose Schöpfungskraft. Allerdings kann ich auch das Gegenteil nicht ausschließen und deshalb ist Gott für mich so etwas wie Schrödingers Katze – nur dass man nicht weiß, ob überhaupt etwas der Schachtel steckt oder nicht.

Meine Fragen:

  1. Was ist dein Lebensmotto und welche Bedeutung hat es für dich?
  2. Auf welche drei Dinge würdest du um nichts in der Welt verzichten wollen?
  3. Wie startest du in den Tag?
  4. Welche Eigenschaft an dir magst du am meisten?
  5. Welche Person würdest du gerne für einen Blogbeitrag interviewen, wenn du EGAL wen wählen könntest und warum?
  6. Wie wichtig ist dir das Aussehen deines Blogs?
  7. Was muntert dich auf, wenn du down bist?
  8. Was ist dein Lieblingsessen (und verrätst du das Rezept)?
  9. Gibt es etwas, das du absolut verabscheust und wenn ja, was?
  10. Planst du deine Blogbeiträge im voraus oder schreibst du nach Lust und Laune?
  11. Was ist dein aktuelles Herzensprojekt?

Ich nominiere:

Bordsteinprosa: http://bordsteinprosa.blogspot.de
Bianca Fuchs: https://seelenlaeuferblog.wordpress.com
Katrin Ils: https://katrinils.com/blog/
Samuel Roehlen: http://www.samuel-roehlen.de
JMVolckmann: http://jmvolckmann.de/blog/
(alphabetische Reihenfolge)

REGELN

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, gestellt hat.
  3. Nominiere 2 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award.
  4. 
Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
  6. Das Beitragsbild kannst du optional in deinen Beitrag einfügen.
  7. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Blog-Artikel.

Selfpublishing und der Untergang des Abendlandes

Gestern las ich bei literaturcafe.de einen Artikel von Wolfgang Tischer darüber, wie Selfpublishing den Buchmarkt verändert (hat). Genau besehen beschäftigt er sich aber hauptsächlich mit dem eBookmarkt. Das BoD-Segment wird beinahe vollständig ausgeblendet.

Die Thesen

  • Keinen Verlag zu haben, ist kein Makel mehr.
  • Der eBook-Sektor ist in erster Linie ein Markt für Minderwertiges. Die angebotenen Werke sind reine Unterhaltung und bewegen sich im Wesentlichen auf dem Niveau von Heftromanen und hätten auf dem „normalen“ Buchmarkt keine Chancen. Unerwartetes und Neues findet sich ausschließlich bei den Verlagen.
  • Der eBook-Markt führt zu Raubbau an Preisen und Formaten. Gerade der Taschenbuchbereich gerät durch Selfpublisher massiv unter Druck. Außerdem ruiniert die Preisgestaltung selbstverlegter eBooks die Preispolitik der Verlage im eBookbereich.
  • Schon die Möglichkeit des Selfpublishings hat Autoren selbstbewusster gemacht. Verlage müssen sich mehr anstrengen, ihre Autoren zu halten.
  • Selfpublishing kann als Talentschmiede verstanden werden, da Autoren mit hohen Verkaufszahlen von Verlagen „eingekauft“, d. h. ins Verlagsprogramm aufgenommen und ihre Bücher als Print in die Buchhandlungen gebracht werden.
  • Andererseits bildet sich bei einigen Verlagen ein neues „Autorenprekariat“ derer, die von ihren Einnahmen nicht leben können und jede Verlagsleistung mit einer Verschlechterung der Konditionen bezahlen.
  • Die Verlage degradieren sich, wenn selbst „seriöse Häuser“ durch Imprints mit Billig-Konditionen und quasi-kaufbare Verlagsdienstleistungen versuchen, „ihr Buchniveau nach unten anzupassen, um Leser vom Self-Publishing-Markt abzugreifen.“
  • Das Marketing im Selfpublishingbereich funktioniert in erster Linie über hohe  Lesernähe. Die Kehrseite dieser Fanbase ist ein gesteigerter Erfolgsdruck, der zu schludrigen Texten bis hin zum Abschreiben führt.

Fazit des Artikels

Das Abendland geht zwar nicht unter, aber das Verhältnis von Selfpublishing zum Verlagsprogramm ist sowas, wie der Billigheimer zum Luxuskaufhaus.

Mein Senf dazu

Natürlich habe ich diese Zusammenfassung nicht als Selbstzweck geschrieben, sondern weil mich der Artikel aus mehreren Gründen betrifft. Ich beobachte den eBookmarkt aus zwei Perspektiven: Dem der Autorin, die ihre Bücher veröffentlicht haben will und dem der Leserin.

Meine Meinung als Leserin

Als Leserin kann ich vielen der Thesen zustimmen. Auch ich finde viele der angebotenen eBooktitel einfach grottig. Sei es, weil der zugrundeliegende Plot dümmlich ist, die Sprache sich auf dem Niveau eines mittelmäßigen Deutschaufsatzes bewegt oder die Handlung inkonsistent ist. Davor ist man bei Verlagsprodukten in der Regel besser gefeit – wenn es nicht gerade um den Kinder- bis All-Ager-Sektor geht.

Qualität

Aber wir reden ja von Büchern für Erwachsene; wobei All-Ager, wie der Name sagt, eigentlich für alle Altersgruppen gedacht sind. Gerade auf diesem Sektor unterscheiden sich auch Verlagsprodukte vor allem durch ihren Umfang vom Heftroman. Für den historischen Roman gilt spätestens seit den Hebammen- und Wanderhurenromanen das Gleiche.
Nun mache ich mir wenig aus Heftromanen. Der Hauptanteil meiner Lektüre liegt trotzdem klar im Unterhaltungssektor mit Fokus auf Krimis und Fantasy. Die wenigsten Bücher lese ich mehrfach. Daher ist für mich die Erfindung des eBooks trotz anfänglicher Zweifel inzwischen eine grandiose Sache, um die Vermehrung meiner Bücher in Grenzen zu halten. Volle Buchregale sind zwar schön anzusehen, aber irgendwann zu viele Bücher schaffen auf Dauer jedes Billy.
Den Platz im Regal hätte ich daher lieber für Kunstbände und Bücher, in denen es auch beim wiederholten Lesen noch Neues zu entdecken gilt. Für alles andere reicht die eBook-Version. Auch unter Qualitätsaspekten empfinde ich aber oft den Preis für ein selbst veröffentlichtes eBook angemessener als den des Verlagsprodukts.
Ich glaube i. ü. nicht, dass die mangelnde Qualität der selbst veröffentlichten eBooks eine Folge des Formats ist, d. h. ich vermute, dass sie bei selbst produzierten Prints ähnlich ist. Aber gerade weil selbst produzierte Prints nur ausnahmsweise in den Handel gelangen, ist ihre Sichtbarkeit gegenüber eBooks deutlich reduziert, so dass der Eindruck entstehen kann, im eBook-Sektor entstünde gehäuft Mist.

Preisgestaltung

Wie schon gesagt, finde ich die Preisgestaltung der Verlage bei eBooks fragwürdig. Ganz besonders gilt das im Vergleich zu den Druckausgaben. Ich kann mich noch an erinnern, in denen ein Taschenbuch maximal 9,90 DM kosten durfte (ja, damals, 1896 in Klondyke …). Dann machten die Verlage klar, dass die Preise steigen müssten, weil sonst Druck, Distribution usw. nicht mehr zu finanzieren seien und inzwischen hat sich der Preis bei etwa 10,- € eingependelt. Mit dem Argument der gestiegenen Produktionskosten, wohlgemerkt.
Gerade die sind beim eBook aber nahe Null; das macht seine Attraktivität bei Selbstveröffentlichungen aus. Man nimmt eine Datei, konvertiert sie ins ePub- (Tolino) oder Mobi-Format (KSP) und läd das Ergebnis bei den Plattformen hoch. Ganz Gewissenhafte prüfen danach noch, ob alle Absätze richtig gesetzt sind und keine Umbrüche entstehen, wo keine sein sollen. Aber man braucht keinen Setzer, keine Druckerei, keine Poststelle. Anders gesagt: Sämtliche Posten, mit denen die Preissteigerung von Taschenbüchern gerechtfertigt wurden, fallen weg. Trotzdem bewegen sich die Preise für Verlagsausgaben von eBooks im Schnitt nur 2,- € unter dem der Druckausgaben – oft genug sogar an denen der Hartcover.
Da fühle ich mich als Kundin zu deutsch gesagt verarscht. Deshalb kaufe ich auch lieber 4 mittelmäßige eBooks von unabhängigen Autoren, als ein mittelmäßiges von einem Verlag.
Wenn ich – z. B. über die Onleihe – auf außergewöhnliche Bücher stoße, kaufe ich mir auch gerne die teure Printausgabe. So zuletzt geschehen bei „Musik der Stille.“

Meine Meinung als Autorin

Als jemand, der auf zwei unveröffentlichten Manuskripten sitzt und vorhat, mehr zu schreiben, finde ich die Entwicklung in erster Linie positiv. Realistisch betrachtet sind meine Chancen bei einem renommierten Verlag unter Vertrag genommen zu werden nicht wesentlich höher, als die, bei der täglichen Hunderunde einen Hundert-Euro-Schein zu finden.
Selfpublishing gibt mir die Möglichkeit, trotzdem Leser zu finden. Dass das jetzt auch möglich ist, ohne den eigenen Ruf zu ruinieren, ist für mich doppelt erfreulich.
Den Gefahren eines „Autorenprekariats“ sehe ich dabei eher gelassen entgegen. Die kritisierten Inprints und eBook-only Ausgliederungen der Verlage bieten die gleichen Leistungen, wie klassische BoD-Anbieter. Interessant ist eher, dass Wolfgang Tischer deren Praktiken nicht zu missbilligen scheint, obwohl die Situation dort für Autoren vermutlich ähnlich ist. Mir stellt sich unwillkürlich die Frage, ob das an der geringeren Sichtbarkeit der selbst publizierenden Print-Autoren liegt.
Die gleiche Skepsis gilt für die Gefahr der Abhängigkeit von der Gunst eines wie auch immer gearteten Publikums und den daraus resultierenden Erfolgsdruck. Zum Einen glaube nicht, dass der Erfolgsdruck für Verlagsautoren geringer ist, zumal der Artikel selbst konstatiert, dass auch Verlagsautoren sich mehr um Publikumsbindung kümmern müssen. Zum Anderen sehe ich auch keine Kausalität zwischen Selfpublishing und Plagiat. Vermutlich sind Plagiate so alt, wie die Menschheit; nachweisbar hat sich jedenfalls schon Shakespeare bei den Stücken seiner Zeitgenossen bedient. Deshalb wäre es ein Wunder, wenn ausgerechnet Selfpublisher davor gefeit wären.

Schlusswort

Differenzen wollen begründet sein. Deshalb habe ich viel dazu geschrieben, worin ich NICHT mit dem Artikel übereinstimme, auch wenn ich tatsächlich in vielem konform gehe.

Mord verjährt nicht

Im letzten Beitrag hatte ich schon davon erzählt, dass mir eine Kurzgeschichte im Hirn herumspukt, für die ich eigentlich keine Zeit habe. Nun, offenbar will das Universum, mein Karma oder was auch immer, dass ich diese Geschichte schreibe, denn seit ein paar Tagen habe ich eine extrem fiese Erkältung mit allem, was dazu gehört. Ohne in die Einzelheiten zu gehen: So richtig konzentrieren kann ich mich damit nicht. Jedenfalls nicht genug, um die notwendigen Arbeiten an „Bodenfund“ (oder wie auch immer der erste Roman am Ende heißen wird) abzuschließen.

Aber um schlecht zu schreiben, reicht es gerade noch. Und wenn man sich etwas schlecht geschriebenes zum Ziel setzt, schreibt es sich sehr ungeniert. Also schreibe ich jetzt am Entwurf einer Kurzgeschichte, die in Friedensbachs Kindheit spielt und die ganz gut erklärt, warum er kein Blut sehen kann. Kein klassischer Krimi, aber ich hoffe, dass sie nicht nur als Hintergrundstory etwas taugt.

April Challenge (Tag 28): Der beste Satz aller Zeiten

„Fave Sentence ever written“, lautet die Tagesaufgabe der von Kate Stark ausgerufenen Challenge im Original. Das ist ein bisschen mehrdeutig, schafft dadurch aber auch Raum für eigene Interpretationen und Gestaltung. Je nachdem, ob der Lieblingssatz generell gemeint ist, ein besonders treffender Sinn- oder Urteilsspruch, der nach eigener Ansicht beste Satz, den man je formuliert hat oder die beste eigene Sentenz ergeben sich ganz unterschiedliche Antworten.

Mein Lieblingssatz (generell):

Die Sonne hatte sich wie schon so oft in der Geschichte langsam aus dem Meer erhoben, und ihre rötlichen Strahlen verliehen dem aufgehenden Morgen ein wenig von einem Romananfang.

Mit diesem Satz beginnt der Roman „Die Instrumente des Herrn Jörgensen“ von Richard David Precht und Georg Jonathan Precht. Ich finde diesen Satz nicht nur sprachlich schön, sondern bin von dem doppelten Rückbezug einfach hingerissen. Die Geschichte ist zwar teilweise etwas verworren, aber von der Sprache her ein wirklicher Leckerbissen.

Mein liebster Urteilsspruch (generell):

Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Than do not be too eager to deal out death in judgement. For even the wise cannot see all ends.

Erkannt? Der Satz stammt natürlich aus dem Herrn der Ringe und ist ein Zitat von Gandalf und die Antwort auf Frodos Meinung, Bilbo hätte Gollum töten sollen, als er die Gelegenheit gehabt habe. Meines Erachtens ist das gleichzeitig der beste Satz, der je zur Todesstrafe gesagt wurde.

Mein liebster eigener Satz:

„Du bist ja wohl bregenklöterig: Die Stadt brennt und du sorgst dich um die Maische!“

Der Satz steht im Kontext zum großen Brand von Hamburg 1942 und ist entstanden, als ich noch dachte, historische Romane schreiben zu wollen. Von dieser Vorstellung habe ich mich inzwischen verabschiedet. Aber die Szene an deren Abschluss dieser Satz steht, mag ich immer noch.

Meine liebste eigene Sentenz:

Meine (derzeit) liebste eigene Sentenz stammt aus meinem zweiten Krimi und ist ein Ausbruch von KHK Friedensbach:

„Ich meine gar nichts, was den Fall angeht. Aber ich meine, dass es falsch ist, Menschen in Schubladen zu stecken und die nach gut und böse zu etikettieren, auch wenn es das Leben leichter und übersichtlicher zu machen scheint. Zigeuner sind dreckig, Rumänen klauen, Italiener reden viel,  Deutsche sind ordentlich, Religion ist Opium für das Volk, Männer wollen nur das Eine und Frauen können nicht einparken – was für ein Schwachsinn! Hitler war Vegetarier, Atheist und dem Vernehmen nach sehr tierlieb. Trotzdem hat er der Welt 20 Millionen Tote und unsagbares Leiden beschert.« Er schloss kurz die Augen und sagte dann mit sanfterer Stimme, als zuvor: »In jeder Gruppe finden sich zehn Prozent Idioten und ein Prozent, das in gefährlicher Form gewalttätig ist. Vollkommen egal, ob das nun Moslems, Lehrer, Veganer oder Fahrradfahrer sind.“

Ob er recht hat? Das muss jede/r selbst entscheiden.

April Challenge (Tag 24): Meine Muse

Jetzt hätte ich zu gerne das Bild eines spärlich bekleideten, hübschen Jünglings gepostet – aber er will nicht, sondern hat sich hinter die Bücherreihe im dritten Bord des Bücherregals verzogen und schmollt. Gelegentlich kommt kurz das blondgelockte Köpfchen zum Vorschein, aber wehe, ich wage es, in seine Richtung zu sehen oder ihn gar anzusprechen: Dann funkelt er mich böse an, streckt mir die Zunge raus und verschwindet wieder. Jetzt gerade, wo ich das schreibe, hat er mir sogar den Mittelfinger gezeigt.

Zu schade! Heute ist er wirklich nämlich sehr ansehnlich. Zu anderen Zeiten erscheint er mir als bocksbeiniger Alter oder als dralle Trulle, die mir ihre Möpse entgegenstreckt und kreischt: „Darüber solltest du schreiben!“ Danke auch! Immerhin hat der ziegenbeinige Alte noch nie … Besser nicht drüber nachdenken.

Alleine bin ich jedenfalls selten. Manchmal bringt der Knabe – oder was immer er, sie oder ist – auch Freunde oder Verwandte mit, dann feiern wir gemeinsam. Die Bande tobt durch die Regale, tanzt und schnattert Unsinn – und ich sehe zu, schütte viel zu viel Whisky, Rotwein oder was sonst so da ist in mich rein und lache mich kringelig.
Der Schädel am nächsten Morgen ist zwar meist nicht so schön, aber zwei/drei Ideen bleiben immer in der Luft hängen und warten nur darauf gepflückt zu werden.

Jetzt kennst du meine Muse. Und deine so?

April Challege (Tag 22) -Lieblingsautor

Die letzten beiden Tage habe ich nichts für die Challenge geschrieben, aber das ist kein großer Verlust: Zu Musik beim Schreiben kann ich ohnehin nichts beitragen, weil bei mir Sound of Silence herrscht. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte, aber Musik jedweder Art lenkt mich zu sehr ab. Entweder, weil sie nervt, oder den Rhythmus stört oder ich anfange zuzuhören.
Und ein Shelfie? So sehr habe ich mich seit dem letzten Bild nicht verändert und was in meinen Regalen so rumsteht und liegt, kannst du dir vermutlich denken. ^^

Allerdings ist meine Aussage zum Lieblingsautor auch ziemlich dürr. Es gibt nämlich keinen. Genauso, wie ich viele, viele Bücher sehr gerne mag, mag ich auch viele Autoren. Von einigen, wie von Sara Paretzky, Minette Walters oder auch Jasper Fforde kaufe ich jedes Buch, das ich bekommen kann, bei anderen schleiche ich oft lange um Neuerscheinungen herum, bis ich mich dafür oder dagegen entscheide. Umberto Eco war so ein Fall. Ich fand seine Bücher immer ausnehmend interessant – aber oft auch sehr anstrengend. Trotzdem gehört er ganz eindeutig zu meinen Lieblingsautoren.

April Challenge (Tag 15): Schreibstörungen

Was mich vom Schreiben abhält

Wer mich auf Twitter verfolgt, weiß das eigentlich schon: Die größte Ablenkung sind meine Kinder. Es ist praktisch unmöglich, zu schreiben, wenn sich so ein Knirps neben dir aufbaut und dir wahlweise die neuesten Entwicklungen im Star Wars Universum oder bei den Marvel Superhelden erzählt.

Auf Platz zwei der Schreibstörungen ist das Internet und damit meine ich nicht nur Twitter. Das Netz ist wunderbar für Recherchen – aber ich kann mich in seine unendlichen Weiten auch ganz wunderbar verlieren. Hier ein bisschen lesen, dort ein bisschen stöbern – und plötzlich sind zwei Stunden vorbei.

Das Dritte ist das Sozialleben. Alle Welt scheint zu meinen, weil ich von zuhause aus arbeite und keinen Arbeitgeber habe, der mir Arbeitszeiten vorschreibt, könne ich mal eben kurz all die Dinge tun, die man mit einem geregelten Job eben mal nicht mal eben nebenbei machen kann. Also sowas, wie Handwerkertermine machen, Geburtstagsgeschenke besorgen, Zeit für lange Telefonate haben, das Auto zur Werkstatt und durch die Waschanlage fahren usw. Alles für sich genommen Kleinigkeiten – aber sie fressen doch den einen oder anderen Vormittag.

April Challenge (Tag 11): Wo ich schreibe

Mein Schreibtisch steht im Wohnzimmer. Genau genommen ist es kein Schreibtisch, sondern ein Couchtisch. Aber ich sitze beim Schreiben auch auf dem Sofa und nicht in einem Bürodrehstuhldings. Sehr unergonomisch, ich weiß. Aber praktisch! Die Bücherregale sind nur ein paar Schritte entfernt, die Couch hat Fächer, in denen sich noch mehr Bücher und Kladden unterbringen lassen und als Ordnerablage bietet sich das Sofa an. Da muss man sich nicht mal bücken, wenn man was nachschlagen will.
In die Küche ist es auch nur unwesentlich weiter, als zum Bücherregal. Kaffee- und Teeversorgung läuft also auch.

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Einziger Nachteil: Es kann schon mal laut werden. Wenn Mann und Kinder da sind, die Kinder vielleicht auch noch Besuch von Freunden haben und lautstark diskutiert wird, ob jetzt XBox oder Wii oder doch lieber Fernsehen – dann tost hier das Leben. Aber so richtig schlimm kann ich das auch wieder nicht finden.

April Challenge (Tag 11): Montagsmotivation

Achtung, jetzt folgt ein Geständnis, mit dem ich mich als absoluter gesellschaftlicher Außenseiter oute. Hoffentlich mögt ihr mich danach noch. Aber es ist so: Ich mag Montage.
Nicht, dass etwas gegen Wochenenden einzuwenden wäre. Auch nicht gegen langes Ausschlafen, Treffen mit Freunden, Familie, Ausflüge usw. Trotzdem freue ich mich schon Samstagmorgens auf den nächsten Montag und darauf, dass alle wieder aus dem Haus sind. Dann beginnt nämlich meine Zeit. Die Zeit, in der ich in meine Welt und zu meinen Geschöpfen zurückkehre und endlich wieder in Ruhe denken und schreiben kann.