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April Challenge: Warum ich schreibe

Klingt es arrogant, wenn ich sage: „Weil ich es kann und hoffe, damit irgendwann Geld zu verdienen“?
Egal, es stimmt. Es stimmt sogar in doppelter Hinsicht. Tatsächlich ist Schreiben eine der Tätigkeiten, die in meiner Situation drin sind. Meinen Beruf werde ich aus familiären Gründen nicht mehr ausüben können. Aus dem gleichen Grund kann ich auch nirgendwo als Angestellte arbeiten. Aber als Schriftstellerin hätte ich die Flexibilität, die ich brauche.
Das nötige Talent ist mir schon mehrfach bescheinigt worden. Nicht von der Familie, die frage ich bei sowas gar nicht erst, sondern von Leuten, wie Titus Müller oder André Hille, die was davon verstehen sollten und die kein Interesse haben, mir zu schmeicheln.

Andererseits kommt die Antwort: „Weil es Spaß macht“ vielleicht sympathischer rüber und wäre genauso richtig. Geschichten zu erfinden, heißt immer auch ein bisschen Gott zu spielen. Und Hand auf’s Herz: Wer malt sich die Welt nicht gelegentlich bunter und aufregender, als sie tatsächlich ist. In meinen Geschichten kann ich die Guten belohnen und die Bösen bestrafen, wenn mir danach ist. Ich kann Orte betreten, die mir in der Realität verschlossen sind und sogar Zeit und Raum manipulieren.
Ja, es ist anstrengend, aus diesen Phantasien eine gute Geschichte zu destillieren und die dann auch noch gut zu erzählen. Aber der Aufwand lohnt!

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